Geschichte des Dolly

Zu Beginn der Filmgeschichte wurden fast ausschließlich „theaterartige“ Aufnahmen gemacht. Totale oder Halbtotale wechselten sich ab, Schnitte waren selten, alle Kameraeinstellungen waren statisch. Die erste Kamerafahrt wurde von den Brüdern Lumière eingesetzt, wobei sie Kameramann samt Kamera einfach auf einem Eisenbahnwaggon platzierten. 1896 stellte Alexandre Promio für den Dokumentarfilm „Panorama du Grand Canal vu d’un bateau“ die Kamera auf ein Vaporetto.

Der erste Dolly, der vertikale Kamerafahrten erlaubte, war der Chapman, der bekannteste Scherendolly. Ursprünglich war es eine Entwicklung der US-Luftwaffe, die im Zweiten Weltkrieg einen Wagen mit Hubvorrichtung benutzten, um die Bomben unten an den Tragflächen von Kampfflugzeugen zu befestigen. Zunächst wurden diese Dollys eins zu eins übernommen, erst später wurden sie speziell für Filmarbeiten weiterentwickelt.

Die europäischen Dollys gingen von Anfang an eigene Wege, indem sie auf die Hubsäule setzten, zunächst noch – ebenfalls hydraulisch – mit einer Fußpumpe. Durch ihre leichtere und kompaktere Bauweise eigneten sie sich für die meist an Originalschauplätzen gedrehten Filme besser als die großen und schweren amerikanischen.

Heute ist die Kamerafahrt ein zentraler Bestandteil fast jeder Film- oder Fernsehproduktion, oft auch vom Publikum nicht bewusst wahrgenommen, da sie Einstellungen nur „natürlicher“ erscheinen lassen. Eine aktuelle Entwicklung ist die Motion Control, das heißt, Kamera- und Dollybewegungen werden komplett programmiert und sind exakt gleich wiederholbar, was Effekte wie Morphing in der Kamerabewegung möglich macht.

(Quelle:  www.wikipedia.de)

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